Rückblick: So sahen die Schweizer „unsere“ Venus vor 10 Jahren…

Mit viel Trara wurde auch dieses Jahr die grösste Erotikmesse Europas, die Venus Berlin bereits im Vorfeld gelobt und hochstilisiert. Wir waren dabei und möchten Ihnen unsere Eindrücke natürlich nicht vorenthalten.

Kontaktblitz auf der VenusUns ist dieses Jahr eine Tatsache ganz speziell ins Auge gestochen: An fast jeder Ecke hörten wir unsere sich so heimisch anhörende Sprache. Noch in keinem Jahr zuvor sind uns so viele Schweizer-Besucher aufgefallen. Ungewöhnlich vor allem, dass viele Schweizer Besucher nicht etwa Sexshop-Inhaber waren, sondern dass es sich bei den meisten, die wir trafen, um private Besucher handelte. Leute, die sich ein Wochenende in Berlin an der Messe gönnten. Wir haben Paul aus Z. gefragt, warum er denn für ein ganzes Wochenende an die Messe komme, und seine etwas lapidare Antwort lautete: „Ich find das geil!“ Und als wir etwas nachhaken wollten, kam erneut die Antwort: „Ja s’isch eifach geil da¨“. Tja, was sollten wir da noch sagen oder gar fragen?

Die Venus ist sicher mal ganz klar ein Exhibitionisten-Treffen der ganz speziellen Art: Private Exhibitionisten in den ungewöhnlichsten Outfits von Gummi, Sklaven- oder Dominanzkleidung, Leute in aussergewöhnlicher, exotischer  Wäsche oder Halbnackte mischen sich mit ihren ‚Nachbarn’ in Strassenkleidern, egal, ob diese in Jeans und weissem Hemd oder im Zweireiher daherkommen. Es ist ein Haufen voller Paradiesvögel, deren Anblick nicht immer paradiesisch ist, allerdings aussergewöhnlich auf jeden Fall – von erotisch bis leicht amüsant.

Neuheiten eher rar…

Kontaktblitz auf der VenusNeuheiten waren dieses Jahr eher dünn gesät – dennoch haben diverse Produzenten es auch dieses Jahr geschafft, mit speziellen oder ungewöhnlichen neuen Produkten auf sich aufmerksam zu machen. Unmittelbar beim Eingang begutachteten wir die neuste Generation von Puppen – auch ein strammer Mann – aus dem tollen und vor allem echt wirkenden Material Silikon. Der Produzent liess es sich dann auch nicht nehmen, uns seine Erfindung zu demonstrieren. Nicht schlecht, wie diese „Damen“ ihre Hüften entweder rauf und runter bewegten oder in tollster Art und Weise zu  schwingen wussten. Einzelne Vagina-Modelle, die da lagen, haben wir angefasst! Die Schamlippen fühlten sich zu unserem grossen Erstaunen sehr echt an! Das hätten wir dann doch nicht gedacht. Wie sich allerdings ein Akt mit einer solchen Puppe – auch wenn sie noch so echt aussieht – anfühlen könnte, das bleibt bis heute – wahrscheinlich – des Produzenten Geheimnis. (Oder wessen Geheimnis könnte es sonst sein?)

Ein paar Meter weiter entdecken wir Miss Sofie! Miss Sofie ist allerdings nicht die neue Pornoqueen. Sie ist ein dünner, lachsfarbiger, doppelwandiger Einweg-Wix-Beutel, den man mit warmem Wasser füllen kann um dann seinen Schwanz in sie gleiten zu lassen. Wer seine Gedanken vom Beutel abwenden kann, könnte wohl durchaus mit dieser neue Erfindung ein tolles Erlebnis haben. So gut wie all die vielen Gummi-Vaginas auf dem Markt ist sie bestimmt, und unseren „Finger-Fühl-Test“ hat sie auf jeden Fall bestanden.

Eine Quitsch-Ente für Damen

Eine süsse kleine Überraschung ist dem amerikanischen Designer Tony Levine mit seiner Quitsch-Ente für Damen gelungen! Ein witziges, wasserdichtes Bade-Entchen, das den Damen – oder eben nicht nur ihnen – ganz toll viel Spass verspricht, denn das hübsche Ding wurde weniger für die Badezimmer-Deko als für die Stimulation der heutigen, sich selbst liebenden Damen gedacht! Das sind „Vibrations“ vertuscht in Decorations. Ausser den schönen Glasdildos, die hier direkt am Stand geblasen wurden, ist uns, was wirkliche Neuheiten betrifft, des Weiteren nicht mehr aufgefallen, ausser, dass eine grosse Tendenz im Handel in Richtung SM-Spielzeug und -Filmen geht.

Caroline MonroeWie jedes Jahr waren die Bühnenshows für viele Messe-Besucher das Highlight schlechthin. Allerdings wurden die heissesten und gewagtesten Shows  direkt auf den Ständen der Aussteller gezeigt. Die Verleihung des Venus-Award hat gegenüber früheren Jahren, im Vorfeld der diesjährigen Messe stattgefunden. Wir haben diese Änderung gern gesehen, denn so standen die Gewinner während der Messe für Gespräche zur Verfügung, was sicherlich auch verkaufstechnisch positive Auswirkungen hatte.

Einer der Höhepunkte – wenn nicht sogar der Höhepunkt überhaupt – war der Besuch von Larry Flynt auf dem Hustler-Stand. Der weltberühmte Larry Flynt wurde dieses Jahr mit dem Venus-Award für Life Time Achievement geehrt. Hollywoodlike wurde er unter stürmischem Beifall einer grossen Menschenansammlung in seinem Rollstuhl über einen roten Teppich auf den Stand gerollt. Leider war ein Foto von ihm mit unserem Heft nicht möglich, aber er sagte, dass ihn unsere Publikation an seine Anfangszeiten erinnere und er hat uns darum ein Buch über sich geben lassen.

Wo waren die XY-Shows!?

Etwas haben wir an der diesjährigen Venus vermisst: Es fehlten ganz klar die XY-Shows, aber auch die Shows von Love Tabu mit ihren Superstars wie Julie Ashton und Sunset Thomas. Dafür drängten sich die Zuschauer vor all den anderen Bühnen der Aussteller. Teilweise minutenlang harrten sie aus, bis wieder eine sexy Maus vor die Foto- oder Film-Kamera hüpfte und sich für die geifernden Zuschauer aufreizend bewegte und alles was sie hatte, zur Schau stellte. Nicht selten gab es kleinere Rempeleien, Stösse in die Rippen oder in die Halsgegend, weil der Vordermann dem Hintermann im Blickwinkel stand und somit vielleicht die Traum- oder Lieblingspussy des Filmers verdeckte.

Show auf der VenusEin Live-Experiment mit einer Domina, die im realen Leben eine Domina an der legendären Herbertstrasse ist, haben wir auch gewagt: Diese ging gezielt ins Publikum, suchte sich wahllos jemanden raus, sprach kein Wort mit ihm (es war unmöglich, dass er sie kannte!) und gab ihm dann zuerst links, dann rechts eine Ohrfeige. Dann war sie sowas von dominant, dass er ihr auf den Stand folgte, wo sie ihm befohlen hat, sich auszuziehen und ihr als Fuss-Schemel her zu halten, während sie für Hobbyfotografen genüsslich posiert hat und gleichzeitig den Film aus der Herbertstrasse promotet hat. Damit war aber noch nicht Schluss, denn sie hatte sich spontan dazu entschlossen, mit ihm eine Life-Performance vor Publikum zu machen, selbstverständlich vor den Augen seiner geschockten Freundin…

Der grosse Negativ-Punkt an der Messe war klar die grosse Besucher-Menge. Wir mussten uns richtig durch die Menschen ellbögeln und hatten darum teilweise richtige Schwierigkeiten, auf Zeit an unseren Terminen zu erscheinen.

Aus dem Kontaktblitz

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