Die Lust auf fremde Haut

Es ist die Schlüsselszene des Films, das Publikum im Saal hält gespannt den Atem an… Zu sehen bekommt es an die 750 Menschen, deren nackte Leiber sich in wilder Extase wälzen, gegenseitig berühren und animalische Gelüste ausleben… Ein Zuschauer stöhnt, und das so laut, dass das restliche Publikum ins (befreiende) Lachen ausbricht.

Der Kinoerfolg 2006, „Das Parfum“ bot auf der Leinwand diese Massenorgie und so mancher Zuschauer hat dabei, allerdings wohl meist innerlich, gestöhnt. Nicht wenige der Kinobesucher haben bei dieser Szene ihre eigene Fantasie abschweifen lassen, denn die Anziehungskraft nackter und vor allem fremder Haut auf uns ist nun mal nicht zu leugnen.
Massenorgien, promiskuitives Sexualverhalten in „freier Wildbahn“ oder im Rotlichtmilieu, Gang Bang, Polygamie etc. ermöglichen und erfüllen uns – meistens den Männern – einen Wunsch: Sex mit Fremden.

Mehrere Sex-Partner... wie hier im Insomnia

Mehrere Sex-Partner… wie hier im Insomnia

Eine besondere Form der sexuellen Befriedigung nach fremder Haut ist das Swingen: Das Ausleben der eigenen Sexualität frei und ohne Einschränkungen mit verschiedenen (beliebigen) Partnern. Besonders, weil hierbei BEIDE Partner gemeinsam, gleichzeitig und ohne Gewissensbisse auf ihre Kosten kommen. Weiterhin ist das Swinger-(Aus)Leben, im Gegensatz zu anderen sexuellen Vergnügen,  relativ jung. Denn obwohl dieses Sexualverhalten zweifelsohne schon immer ausgelebt wurde, als die uns heute bekannte Form ist es erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts präsent. Laut Autor Terry Goulds (Buch: „The Lifestyle: A Look at the Erotic Rites of Swingers“) stammen sowohl die Bewegung wie auch der Begriff aus Amerika: Einige Piloten der U.S. Airforce haben sich während des Zweiten Weltkrieges untereinander versichert, im Todesfall des Kollegen für dessen Ehefrau zu sorgen… In jeglicher Hinsicht! Angeblich schloss dieses Versprechen auch das sexuelle Trösten mit ein. Das „wife-swapping“ (Frauen-Tausch) war geboren! In den 60er Jahren wurde die „North American Swing Club Association“ (NASCA), ein Dachverband, der Informationen über das Swingen in ganz Amerika zusammenführte, gegründet.
Kurze Zeit später fand dieses Vergnügen auch in Deutschland seine organisierte Anhängerschaft.

Wie viele deutsche Bürger in ihrer Freizeit swingen, weiß niemand. Zuverlässige Zahlen sind hier nicht bekannt und ob die auf der Homepage der ZPS e.V. (Zusammenschluß der Paare- und Swingerclubs e.V.) genannte Umfrage, nach der es in Deutschland an die 10 Millionen Swinger gibt, stimmt, ist zu bezweifeln. Auf Augenweide.com, nach eigenen Angaben „Deutschlands größte Erotik-Community für echte Paare“, seien derzeit etwa 23.500 Paare angemeldet, womit wir bundesweit bei etwa 46.000 Swinger wären. Inwiefern diese Mitglieder aktiv oder nur interessiert sind, lässt sich aus diesen Zahlen nicht erkennen.

Auch für die Swinger-Szene Berlins sind dazugehörige Fakten nicht bekannt. Einzig die Behauptung, in unserer Hauptstadt seien besonders viele Swingerclubs und es fänden besonders viele Swingerparties statt, ist wohl richtig. Auf BERLINintim.de haben die angesagtesten Swingerlocations eine eigene Rubrik, im Party-Kalender vergeht kein Tag ohne zugehörige Party!
Swingen gehört, wie es scheint, zum neuen Lifestyle… Ganz nach dem Motto „Sehen und gesehen werden“ zeigen sich immer mehr junge und attraktive Pärchen in angesagten Locations und verbringen einen schönen und entspannten Abend… Sex inklusive.

Aber Vorsicht! Nicht alle Swingerclubs entpuppen sich als das, was sie auf ihren Homepages versprechen! Bevor man also einen enttäuschenden Abend verbringt, sollte man sich vorher informieren. Wir haben zu diesem Thema gleich eine Erotik-Expertin gefragt:

Maria Mia

Maria Mia

Was hältst Du persönlich von „swingen“?
Maria Mia: Ich finde es gut, dass es heutzutage kein Problem mehr ist, für sexuell aufgeschlossene Damen, Herren und Paare, ihre Lust in Swingerclubs offen auszuleben. Ich selber war auch schon privat in einem Swingerclub in Berlin. Als 18-Jährige wollte ich einfach mal schauen, wie es da so abläuft und was einen dort erwartet. Habe allerdings für mich beschlossen, dass es nicht das richtige für mich ist. Allerdings verstehe ich es, wenn man dort hin geht, um Spass zu haben und einfach mal aus dem Alltag zu flüchten. Es ist meistens eher familiär gehalten und viele Swinger sind tolle, tolerante und aufgeschlossene Menschen, die einfach Spass am Sex haben und diesen auch ausleben wollen. Weiter so!

Wie sieht es mit der Swingerszene in Berlin aus? Hast Du da vielleicht auch gute Tipps für Neugierige?
Maria Mia: Ich glaube, es gibt nicht viele Städte, wo es mehr als einen Swingerclub gibt. Das bietet jedoch Berlin. Alle unterscheiden sich auf ihre Art und bieten für jeden etwas. Da gibt es z.B. das Möchtegern. Seit September 2000 bundesweit die Bar Nummer 1 für Swinger, SMler, aufgeschlossene Menschen und Freunde der frivolen Erotik. Hier gibt es keinen Ausziehzwang, was gerade für Neulinge doch sehr angenehm sein kann, wenn man seine Hemmungen erst ablegen möchte. Ein sexy Kleid tut es da auch.

So sah es aus in der Fabriklounge...

So sah es aus in der Fabriklounge…

Als neue Adresse kann ich persönlich die Fabriklounge empfehlen. Eine 700 Quadratmeter große Fabriketage mit Wellnessbereich, verschiedenen Spielwiesen, Pärchenraum und Kino steht für alles, von ruhiger Entspannung bis hin zu wilden Orgien, zur Verfügung. Hier werden regelmäßig die verschiedensten Eventabende veranstaltet. Ob Filmsexpartys oder Gangbangs mit unter anderen bekannten Erotikstars und Darstellerinnen. An den Samstagen und bei speziellen Veranstaltungen ist der sogenannte Chilled-Orange Room geöffnet. Dort hat man ganz viel Platz zum Tanzen und Feiern.
Ein kleiner Strand an dem man Drinks genießen könnt, das leckere Buffet und ein Billardtisch erwarten dort einen auch. Also genau das Richtige für gemütliche Abende, wilde Feiern oder wilde Orgien. Alles kann, nichts muss eben.

Die Bar im Zügellos

Die Bar im Zügellos

Als nächstes möchte ich das Zügellos vorstellen. Ein Club im Herzen von Berlin. Auf über 300 m² werden hier zwei Saunen, drei Whirlpools und neun verschiedene Räume mit Spielwiesen geboten. Mit Themenabenden, wie beispielsweise orientalischer Badetag mit Honigkur, Männerüberschusspartys oder spezielle Pärchenabende, wird hier immer was geboten.

Aber auch für die, die es etwas extravaganter oder härter mögen, bietet Berlins Swingerszene den richtigen Club. Ganz vorne weg natürlich das INSOMNIA. In kürzester Zeit hat sicher dieser Club zum Who is Who der Swingerszene entwickelt. Ein Club, der alle Sinne befriedigen kann. Bekannte DJs legen einen satten Soundteppich unter wild gewagte Performances, designtes Mobiliar lädt nicht nur zum sitzen ein, und neben einem Whirlpool bewacht der White Ninja auch den sichtgeschützten Bereich für Spiele der anderen Art. Das INSOMNIA ist elegant, frivol, libertinär und voller neuer Ideen – eine gekonnte Analogie des 21. Jahrhunderts zu den „Wilden Zwanzigern“. Spezielle Partys, wie Rudelspiele de Luxe, Bizarre Spiel Party, Kinky Gang Bang mit dem Club der Nymphomaninnen, Goth – Erotic Party und viel mehr lassen es hier nie langweilig werden. Im INSOMNIA findet einfach JEDE Orientierung Beachtung, Vergnügen und spezielle Angebote.

Desweiteren sind zu empfehlen: 2ndFace, ein exklusiver BDSM Private Club, und die Swingeroase Zwiespalt.

Also wie man sieht, bietet gerade Berlin eine riesen Auswahl und Vielfalt an Swingertreffpunkte.

Text und Bilder aus der BIZ 02/10.

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