Internetsucht in Deutschland nimmt zu

Porno, Gaming, Facebook? – Hauptsache Internet!

Worauf man sich beim Menschen stets verlassen kann: Wenn er etwas Neues entdeckt, was gut gemeint ist, nebenbei aber auch missbraucht werden kann, er wird es mit der Zeit auch missbrauchen…

Cyber sexDie Zahl der Menschen, die ohne das Internet angeblich nicht mehr leben und/oder auskommen können, nimmt zu. Schätzungen zufolge leiden mehr als eine halbe Million Menschen in Deutschland an einer Onlinesucht. Dabei spielt es keine Rolle, was im Internet konsumiert wird, Hauptsache der Mensch verbringt übermäßig viel Zeit online. Wobei es beim näheren Hinsehen dann offenbar doch nicht ganz so egal ist, was konsumiert wird, denn man benennt inzwischen drei Kategorien bzw. Inhalte, die zu einer gewissen Abhängigkeit führen: Online-Spiele, Soziale Netzwerke und natürlich Pornografie.
Während die Wissenschaft von einer Störung der Impulskontrolle (da es sich nicht um eine stoffgebundene Abhängigkeit handelt, ist es keine Sucht im eigentlichen Sinn) spricht, sprechen die Medien & Co. lieber von einer Sucht. Damit lässt sich besser schocken… und Auflagen verkaufen. Nichts Neues an der Medienfront also.

Internet dann doch lieber nicht verbieten…

Interessanter sind dann schon die Gespräche über das Internet mit offiziellen Stellen, die nach jedem Amoklauf (glücklicherweise sind es nicht so viele, auch wenn jeder davon schon „zu viel“ ist), jeder aufgedeckter jugendlicher GangBang im Partykeller oder nach einer Folge von „Raus aus den Schulden“, in der Peter Zwegat feststellt, dass der Vater das gesamte Geld der Familie beim Gaming verzockt, in der Öffentlichkeit geführt werden. Nun hat auch das Thema Onlinesucht – neben Gewaltspielen, Freeporn und Spielsucht –in den letzten Jahren und Monaten immer mehr ins Rampenlicht geschafft, wie auch wieder neulich beim „Internet-zappen“  gefunden. Zumindest wird aber in diesem Bericht die Abschaffung des Internets explizit nicht gefordert, was auch durchaus öfter zu lesen sei… Die Fachstelle für Mediensucht des Diakonischen Werks in Hannover bzw. ihr Leiter Eberhard Freitag, der in dem Beitrag zu Wort kommt verteufeln das Internet trotzdem nicht. Und dieses ‚trotzdem‘ bezieht sich auf einige ‚Tatsachen‘, die jeder dank Zeitungsbericht nun weiß: Die Zahl der Internetsüchtigen in Deutschland nehme aufgrund von übermäßigen Onlineaktivitäten wie Spielen, Kommunizieren und Pornografiekonsum zu.

Schockierende ‚Tatsachen‘

diagnose internetsüchtigAllein in Hannover würden mehrere tausend Menschen unter der Sucht leiden, besonders Jugendliche. Und diese verbringen ihre Freizeit jeden Tag stundenlang in Online-Welten oder bei Facebook, verlieren den Bezug zu Realität und „würden nur noch gefallen wollen“. Bei den jungen Männern ist es noch schlimmer: nach dem Konsum so vieler Porno-Filmchen im Netz, sind sie inzwischen nicht mehr fähig, ein normales Verhältnis zu Frauen eingehen zu können. Da gebe es auch genügend Studien, die „eindrucksvoll dokumentieren, dass Jugendliche, je häufiger sie Internetpornos konsumieren, das Gezeigte für realistisch halten.“ Ihr Frauenbild wird dadurch zum Negativen verändert und reduziert diese auf ein Objekt sexueller Begierde.
Es ist hier nicht genügend Platz, um auf diese immer wieder in der Öffentlichkeit ergriffene Themen einzugehen (1.auch wenn die Amis mit Egoshootern die Hemmschwelle absenken wollen – in bisher so ziemlich allen Kriegen dieser Welt hat kein Soldat jemals ein Training mit einem Computerspiel gebraucht, um die anderen Soldaten zu töten, 2.Dank sozialer Netzwerke steigt auch die Möglichkeit, mehr Menschen auch real kennen zu lernen & 3.In Indien haben wohl bisher alle Männer nur Pornos konsumiert, denn ihr Frauenbild dort ist – gelinde gesagt – unter aller Sau), aber es ist zumindest schön zu lesen/wissen, dass Eberhard Freitag das Internet selbst ‚trotz allem‘ nicht als Problem ansieht und nichts von einem
generellen Internet-Verbot halte. Na, immerhin!

Aus der DD 05/14

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