Ein Gespräch unter Männern…

Harry S.Morgan in seinem Element

Harry S.Morgan in seinem Element

Ein Mann, ein Name, eine Legende – wenn man in Deutschland über Pornofilme spricht, fällt mit sehr großer Wahrscheinlichkeit dazu auch ein Name: Harry S. Morgan.
Der studierte Fotograf aus Essen dreht und produziert seit etwa 1988 Pornofilme, in denen oft extreme Sexpraktiken wie Doppelpenetrationen, Fisting und Urination-Szenen vorkommen, und die ihm auch eine treue Fangemeinde beschert haben.
Morgan drehte schon mit unzähligen Stars wie Vivien Schmidt, Gina Wild, Isabel Golden und Carol Lynn, nur um einige zu nennen. Seine Filmserien „Junge Debütantinnen“, “ Happy Video Privat“ oder auch „Maximun Perversum“ sind Bestseller in jedem Sexshop und jeder Videothek.
Goldy, ebenfalls ein alter Hase im Porno-Business, fand es an der Zeit, einem seiner besten Freunde ein paar (intime) Fragen zu stellen…

Hallo Harry, wir kennen uns seit über 25 Jahren und Du bist gar noch einige Jahre länger in der Pornobranche tätig als ich. Wie lange genau bist Du mit dabei und wie fing bei Dir eigentlich alles an?
Harry S. Morgan: Jetzt werden es schon an die 30 Jahre… Ich habe in den 70er Jahren als Standfotograf bei dem Regisseur Hans Billian in München angefangen, und war beispielsweise bei der Produktion „Josefine Mutzenbacher – Wie sie wirklich war“ dabei.

Inzwischen bist Du selbst eine Berühmtheit. Wie gehst Du damit um, wenn Dich die Leute auf der Straße erkennen?
Harry S. Morgan: Ja, das ist doch eine Ehre, wenn man auf dem Rastplatz von Fans angesprochen wird; ich habe immer ein paar Autogramme im Auto. Denn der Star muss zum anfassen sein, dann sind auch die Fans glücklich.

Harry S.Morgan mit Gina Wild

Harry S.Morgan mit Gina Wild

Wie hast Du es immer wieder geschafft, die tollsten Frauen vor die Kamera zu bekommen?
Harry S. Morgan: Ich habe eben einen guten Ruf in der Szene und die Mädels drehen oftmals nur mit mir, weil sie wissen, dass sie bei mir gut aufgehoben sind.

Was macht ein Pornoregisseur eigentlich privat. Also bist Du verheiratet und hast Kinder, oder tanzen bei Dir zu Hause, wie bei mir, täglich zehn nackte Mädchen Ballett?
Harry S. Morgan: Ich habe nie über privates gesprochen, ich möchte meinen Fans nicht die Illusionen nehmen…

Kann man, wenn ein Mann ständig Mädels um sich herum hat, zu Hause abschalten, oder nimmst Du die Pornografie mit nach Hause?
Harry S. Morgan: Da ich immer Privat und Job getrennt habe, hat sich bei mir nichts verändert.

Vor einigen Jahren durfte ich mir von Dir ja noch einiges abschauen, doch dadurch, dass heute kaum noch produziert wird, fehlt es auch an Nachwuchs. Wer wird in Deine Fußstapfen treten?
Harry S. Morgan: Keiner. Man kann Harry S. Morgan nicht kopieren. Es wird aber einen anderen Nachwuchs geben, jeder muss das tun, was seiner Natur entspricht.

Dass es der Branche nicht besonders gut geht, wissen wir. Was machen wir falsch?
Harry S. Morgan: Wir haben anfangs zu spät auf die neuen Medien – beispielsweise Internet – reagiert, aber jetzt läuft es besser. Natürlich sollten wir die Fehler oder Versäumnisse aber nicht nur im Internet suchen.
Ich denke, wenn wir Stars aufbauen wie Lena Nitro und haben wie Vivian Schmitt, dann haben wir eine Chance, auf uns auch außerhalb des Internets aufmerksam zu machen. Ich stelle bei mir fest: seitdem ich viel PR für mich mache, bin ich bekannt und beliebt. Und die jungen Menschen lieben meine Filme.

Thema PR: Du hattest vor kurzem ein Buch veröffentlicht, eine Biografie. Damit hat sich jemand zu Wort gemeldet, der auch aus der Branche kommt und weiß, wovon er schreibt. Dennoch gibt es viele branchenfremde Autoren, die über Porno schreiben und man merkt schon nach ein paar Zeilen, der hat überhaupt nicht richtig recherchiert. Bringt Dich so etwas auf die Palme?
Harry S. Morgan: Ich sehe die Sache gelassen. Sollen die doch schreiben, was sie wollen, der Fan weiß es schon zu unterscheiden, was dumm oder was gut ist. Man darf den Fan nicht unterschätzen!

Harry S.Morgan 02Apropos Fan… Ich habe das Gefühl, dass wir die Basis zu den Endkonsumenten „verloren“ haben.  Du machst ja immer noch deine erfolgreiche Serie ‚Happy Video Privat‘  oder ‚Junge Debütantin‘, aber andere versuchen sich immer noch mit großartigen Spielfilmen…
Harry S. Morgan: Ich denke, wir brauchten nie den großen Spielfilm. Wichtiger waren und sind die Stars; das war bei Gina Wild so und so ist es auch bei Vivian Schmitt.
Die Konsumenten in Deutschland wollen eben reale Menschen zum anfassen. Das gilt auch für ‚Happy Video privat‘, die ich seit 25 Jahren immer noch erfolgreich produziere. Die Menschen wollen eben die Nachbarin sehen und nicht den Ferrari vor der super Villa.

Als ich noch Dein Produktionsleiter war – übrigens es war eine tolle Zeit und ich danke Dir an dieser Stelle sehr dafür – hatten wir oft Szenen, in denen eine Darstellerin mit mehreren Männern agierte. Gangbang-Vorläufer sozusagen… Wir fingen an mit einer Frau und drei Männern, dann wurden es auch mal zehn Männer. Inzwischen werden Filme gemacht mit 30 und mehr Männern. Ist das alles noch Porno!?
Harry S. Morgan: Für mich nicht. Ich finde es extrem ungeil, wenn 30 Männer wichsend um die Frau herumstehen. Ich konzentriere mich da lieber auf die ehrlichen Lustgefühle der Frau und ihren realen Orgasmus vor laufender Kamera: Das ist eben mein Erfolgsgeheimnis.

Kommen wir ein wenig zur heutigen Technik. Wir drehen HD und nun demnächst auch 3D. Die Produktionskosten schnellen in die Höhe. Kaum eine Firma kann sich das überhaupt noch leisten. Die Frage stellt sich doch, ob wir im Hardcorebereich überhaupt so mit der Technik gleichziehen müssen?
Harry S. Morgan: Für mich ist immer der Inhalt das wichtigste. Ich lasse mich nicht von der schnelllebigen Technik überrumpeln. Die Menschen wollen geilen Sex sehen und da reicht auch manchmal das Handy.

Und ebenfalls relevant zum Thema „Weiter, Größer, Höher…“: Am 20. Januar starb Sexy Cora mit nur 23 Jahren bei einer Brust OP. Sie war eine sympathische Persönlichkeit. Hätte man sie in der Branche also nicht auch geliebt ohne ein D- oder gar G-Körbchen? Muss ein Erotik- oder Pornostar immer einen Riesenbusen haben?
Harry S. Morgan: Für mich war der Riesenbusen nie ein Thema. Viel wichtiger ist die Persönlichkeit der Darstellerin und Darsteller und die Lust am Sex!

Harry, vielen Dank für das tolle Gespräch!

Aus der BIZ 02-11

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Intimes Interview abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s