The European Summit – Ein Erfahrungsbericht

Die European Summit in Barcelona
Mitte März fand in Sitges – das liegt in der Nähe der spanischen Metropole Barcelona – die zwei Mal im Jahr stattfindende European Summit statt. Diese Messe wurde vor ein paar Jahren von Andreas Bischoff ins Leben gerufen, der damit einen mittlerweile sehr erfolgreichen Versuch unternahm, die Onliner der Adult-Industry aus der ganzen Welt um sich zu sammeln.

Der Besuch solcher B2B-Messen gehört seit jeher zu meinem Aufgabenbereich als Produktionsleiterin der Eronite Movie Productions. Hier mein Rundown der drei Messetage:

European Summit Tag 1: Welcome-Party

Anreise und die erste Treffen...

Anreise und die erste Treffen…

Ich reiste mit einem Kollegen am Samstag vormittag an. Vom Airport fuhr ein Shuttle ins wenige Kilometer entfernte Örtchen „Sitges“, in welchem das Messehotel lag. Am Infodesk waren drei Schalter für die Badgeausgabe eingerichtet, je nach Name stellte man sich in einer der drei Schlangen an. Da Schlange 1 (beinhaltete den Buchstaben D wie Delgado) überfüllt war und in Schlange 2 (mit dem Buchstaben H wie Hera) niemand anstand, versuchte ich nach einigem Warten dort mein Glück und bekam mein Badge ausgehändigt. Auf den ersten Blick war nicht ersichtlich, nach welchem Prinzip die Badges vorgehalten wurden (Vor- oder Nachname), dafür waren diese Badges besser gestaltet als alle, die ich vorher auf anderen Messen gesehen habe: Durch zwei Karabiner flatterten die Plastik-Hüllen nicht bei jedem Windstoß munter herum, die Inlayer waren beidseitig bedruckt und Name und Bereich der Teilnehmer (Affiliate, Mobile, Payment etc.) waren gut zu erkennen. Daumen hoch für diese optimale Lösung!

Später am Nachmittag gab es einen kleinen Brunch in einer Strandbar und man traf viele bekannte, aber auch jede Menge unbekannter Gesichter. Einen Happen Paella, ein wenig Smalltalk, dann ab aufs Hotel. Ein wenig Füße hochlegen und später mit Geschäftspartnern essen gehen – das würden wir in den kommenden Tagen wohl noch öfters tun.

European Summit Tag 2: Hardcore-Speednetworking

Achtung: Speednetworking!

Achtung: Speednetworking!

Tag 2 der Messe begann für mich nach einem ausgiebigen Frühstück um die humane Uhrzeit 11.30 Uhr mit einem Speednetworking. Dieses Meeting dient dem Zweck, in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Personen kennenzulernen und zu sprechen. Gibt es ein „Match“, also eine potentielle Schnittstelle (Webmaster trifft Affiliate-Programm, Anbieter trifft Payment oder wie in meinem Fall Content-Producer trifft Content-Buyer), so werden Visitenkarten getauscht und man verabredet einen späteren Termin zur weiteren Besprechung möglicher Geschäfte.
Ich besuche Speednetworkings regelmäßig auf allen Messen, die diese anbieten und kenne das Event in den verschiedensten Ausführungen. Die European Summit folgte jenem System: Anmelden mussten sich die Teilnehmer im Vorfeld nicht. Kurz vor 11.30 Uhr wurden im Veranstaltungsraum Nummern ausgegeben in der Reihenfolge, in der die Interessenten den Raum betraten. Hier gab es rote und schwarze Nummern und man suchte sich den Sitzplatz mit der passenden Nummer. Die Plätze waren an Sechsertischen, die nebeneinander aufgereiht waren. Man saß genau einer Person gegenüber. Mit Beginn des Speednetworkings hatten nun beide Gesprächspartner genau eine Minute Zeit, sich kurz vorzustellen, Visitenkarten zu tauschen und mögliche Schnittstellen auszumachen. Nach einer Minute gab es ein Signal und alle Teilnehmer mit einer roten Nummer rutschten einen Platz weiter, während die mit einer schwarzen Nummer sitzen blieben. Vorteil dieses Systems sind meiner Meinung nach die 1:1-Gespräche, die nicht möglich sind, wenn man z. B. an Gruppentischen mit mehreren Teilnehmern sitzt, die nacheinander sprechen. Der Nachteil liegt auf der Hand: Von den 80 Personen im Raum konnte ich nur 40 sprechen, die anderen 39, die in derselben Reihe waren wir ich, traf ich nicht. Aus genau diesem Grund nahm ich zu Runde zwei um 15 Uhr meinen Kollegen mit, wir besetzten jeweils eine rote und eine schwarze Nummer und ich war dankbar über die Möglichkeit, eine Minute zu schweigen, als er mir irgendwann gegenüber saß. Nach dem Networking hatte ich leider keine Stimme mehr, da sich die Teilnehmer logischerweise gegenseitig überbrüllten. Vielleicht wäre dieses Event „Open Air“ ein wenig entspannter…

European Summit Tag 3: Netzwerken und Tapas essen

Kein Business ohne Vorträge

Kein Business ohne Vorträge

Genau wie am Vortag begann ich – wieder gemeinsam mit meinem Kollegen – den dritten Messetag mit dem Speednetworking um 11.30 Uhr. Viele Teilnehmer hatten es noch nicht aus dem Bett geschafft, am Vorabend fand eine Party statt und der Alkohol floss in Strömen – wie bei diesen Messen üblich. Ich hatte mich bereits früh aufs Hotelzimmer zurückgezogen und war nun dankbar dafür, mich weder verschlafen noch verkatert aus dem Bett schälen zu müssen.
Von den angebotenen Vorträgen und Panel-Diskussionen machte ich keinerlei Gebrauch, da mein Themenbereich ausschließlich das Content-Management beinhaltet und ich damit eine Randgruppe unter den Messeteilnehmern darstellte – die Vorträge waren für mich inhaltlich nicht interessant.
Im Laufe des Tages führte ich noch das ein oder andere Gespräch mit alten und neuen Bekannten und frönte dabei meinem zweitliebsten Hobby: dem Kaffeetrinken.
Am frühen Abend gab es in der Hotelbar noch einen kleinen Umtrunk und unter all den vielen Menschen, die ich dort kannte, klumpte sich ein kleines Grüppchen zusammen, was auch beim anschließenden Tapas-Essen im benachbarten Restaurant beisammenblieb: die Deutsch-Spanier. Da auch ich zu ihnen gehöre, bestand die Abendmahl-Gemeinde an meinem Tisch dann zu einem erheblichen Teil aus meinen Nachbarn, was dem Abend einen weniger geschäftlichen und dafür etwas heiteren Touch verlieh, wir klönten und lachten viel, so viel, dass ich am Folgetag Bauchmuskelkater hatte – es war ein schöner Messeabschluss.

European Summit – Fazit

Aber natürlcih hat man(n & frau) auf einem B2B-Event auch noch Zeit für die schönen Dinge des Lebens...

Aber natürlcih hat man(n & frau) auf einem B2B-Event auch noch Zeit für die schönen Dinge des Lebens…

Für mich persönlich war diese European Summit die erste, die ich besuchte und ich bin sehr angetan. Ich habe den Vergleich zu verschiedenen anderen Messen, sowohl aus dem B2B- als auch dem B2C-Bereich. Das Hotel ist schön ausgesucht und angenehm, die Gegend in Ordnung, die Flugzeit für mich persönlich sehr geil, ebenfalls positiv empfinde ich die hohe Quote internationaler Besucher, was natürlich damit einhergeht, dass quasi die gesamte Kommunikation auf der Messe auf englisch verlief.
Den Outdoor-Bereich  des Hotels empfand ich als zu klein, speziell für über 900 angemeldete Messeteilnehmer. Auch indoor gab es während der Stoßzeiten zu wenig Sitzmöglichkeiten für Nicht-Aussteller. Viele Kleinigkeiten sind besser gelöst als bei vergleichbaren Messen und die Resonanz unter den Messeteilnehmern ist durchweg eine Positive. Ergo: Sitges 2016 – ich komme!

Hera Delgado

P.S. Die hier verwendeten Bilder von der European Summit sind aus den Jahren 2011-2013!

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