Jean Pallett: Porno bleibt Porno: 30-45 Minuten durch 4-5 bekannte Stellungen. That‘s it!

Eine Frau, für die die (sexuellen) Bedürfnisse ihre Mannes so wichtig sind, dass er diese auch außerhalb des gemeinsamen Ehebettes befriedigen darf und richtige „Steher-Qualitäten“ zum richtigen Zeitpunkt… und Voila, schon haben wir eine Mann, der das Zeug zum Pornostar hat! Einen Mann wie Jean Pallett, bei dem beide Voraussetzungen seit Jahren erfüllt werden und er entsprechend seit Jahren zu der Elite der deutschen Porno-Darsteller dazu gehört. Wir trafen ihn auf der diesjährigen Venus und sprachen mit ihm über seine Karriere und anderes ‚Porno-Zeug‘…

Jean Pallet ganz entspannt

Jean Pallet ganz entspannt

Du bist schon ganz schön lange als Porno-Darsteller dabei. Wie hat Deine Karriere überhaupt angefangen?
Jean Pallet: Es war so Anfang der 90er Jahre und ich hatte gerade mit meiner ersten Frau unsere erste gemeinsame Wohnung bezogen. Meine damalige Partnerin war ein sogenannter Sex-Muffel. Nicht dass es ihr keinen Spaß gemacht hätte, sobald wir dabei waren, es war halt einfach nur nicht so wichtig für sie wie für mich. Sie hatte allerdings Verständnis für meine Bedürfnisse und schlug mir bei einem Blick auf eine Annonce in der Happy Weekend vor, mich doch mal als Darsteller zu bewerben. Denn hier hieß es: Darsteller für erotische Filmproduktion gesucht. Nach anfänglichem Zögern gab ich mir einen Ruck, suchte ein aussagefähiges Foto heraus und schon war die Bewerbung unterwegs. Kurzdarauf meldete sich mein Entdecker Rüdiger M., der damals als Produzent seine ersten Produktionen für TRIMAX drehte. Ich hatte also kurze Zeit darauf meinen ersten Hardcore-Dreh. Alles ging anfangs recht fix. Ich war extrem aufgeregt und „kam“ zu früh, was nicht unbedingt die beste Empfehlung für einen Hardcore-Darsteller ist.
Ich sprang unter die Dusche, dachte, dass es wohl war’s, aber als ich wieder den Raum passierte, wo die Action weiterspielte, meinte Rüdiger: „Ey, der steht ja fast schon wieder!“ Also setzte ich die Szene fort und meisterte sie. So begann alles. Bei der Vertragsabwicklung kam dann die Frage nach dem Künstlernamen. Ich hatte keine Ahnung, irgendwie war ich darauf nicht vorbereitet. Als sprang Rüdiger mit der Idee ein, es war alles Paletti, also Jonny Paletti. Da mein Blut wohl noch nicht vollständig den Weg zurück zum Kopf zurückgelegt hatte, willigte ich ein. Hieraus entstand bei der nächsten Produktion aber Jean Pallett.

Wie ging es dann in Deinem privaten und beruflichen Leben?
Jean Pallet: Nun war ich also Porno-Darsteller. Soweit so gut. Eigentlich hatte ich ja zwei Monate vorher erst einen Arbeitsvertrag bei einem ortsansässigen Taxi Unternehmen unterschrieben. Schließlich musste es ja nach vier Jahren bei der Bundeswehr auch irgendwie weitergehen und zurück zu meiner Tätigkeit als Industriemechaniker beim Bergbau Untertage wollte ich nicht. Ich wollte alles auf mich zukommen lassen. Rüdiger erwies sich als Manager als sehr erfolgreich, was meine nächsten Entscheidungen beeinflusste. Fast wöchentlich musste ich Urlaubstage einreichen, um mal eben nach München, Berlin oder auch mal ins osteuropäische Ausland zu reisen. Nach zwei Monaten merkte ich, dass es wirtschaftlich vollkommen okay ist den Job als Taxi Kutscher zu quittieren und Vollzeit im Erotikbusiness zu arbeiten. Und auch meine Frau war begeistert, denn für sie war es eine Win-Win-Situation: Ich tobte meine Sexualität in fremden Betten aus und kam mit vollen Taschen Geld zurück ins eheliche Bett.

Jean Pallet: Der Venus Award-Gewinner 2014

Jean Pallet: Der Venus Award-Gewinner 2014

Oh, das interessiert uns: was kann ein männlicher Darsteller beim Porno so verdienen? Und was hat sich in den letzten 20 Jahren für (männliche) Darsteller alles verändert?
Jean Pallet: Die Gagen waren damals in DM schon von Beginn an recht hoch. Bei der Einführung des Euro wurden die Darsteller aber leider genauso ‚beklaut‘ um 50 Prozent ihres Gehalts wie jeder andere in Deutschland auch.
Die Szenen liefen in den 90ern eher unspektakulär ab. Meisten versuchte man in einem Rutsch 20 Minuten Band voll zu bekommen um dann mit einem Cumshot die Szene abzuschließen. Im Gegensatz zu heute war es für Newbies (Anfänger) ziemlich einfach. Heute wird man beim Casting schon verarscht. Viele Männer erzählen mir, dass sie Geld zahlen mussten beim ersten Dreh! Das ist für die Produzenten natürlich praktisch. Sie schmeißen 20 oder mehr Männer a 100 Euro auf eine Frau; zahlen der Frau sagen wir mal 500 Euro, und der Rest landet in der eigenen Tasche. So kann man – wirtschaftlich erfolgreich – auf Kosten anderer durchaus mittelklassePornos produzieren.

Was ist mit den Stars dieser Branche? Die haben sich einen Namen aufgebaut, der ihnen doch eine bessere Verhandlungsposition erlaubt… Oder etwa nicht!?
Jean Pallett: Männer und Frauen sind damals wie auch heute alle austauschbar. In 20 Jahren hab ich bestimmt 50 sogenannte Exclusiv Stars kommen und gehen sehen. Die meisten sind jetzt wieder in ihrem alten Leben angekommen. Die Männer dagegen, die guten zumindest, sind von Beginn an dieselben. Da gibt es zusammen mit mir vielleicht noch 5 andere Männer, die seit knapp 20 Jahren als Darsteller gebucht werden. Auf den Produktionen behandelt man uns mit Respekt und legt, zumindest ab und an, auch mal Wert auf unsere Meinung zum Ablauf der Szene. Schließlich haben wir ja meistens die größere Erfahrung. Natürlich kommen alle Jahre wieder mal Produzenten, die denken sie hätten das Rad neu erfunden. Aber Porno bleibt Porno. Eine Frau wird gekonnt von einem Mann 30-45 Minuten durch 4-5 bekannte Stellungen geführt. That‘s it. Egal ob Strand oder Villa im Backround, letztendlich bleibt es der Sex, auf den es ankommt. Natürlich bevorzuge ich als Darsteller auch gut gemachte Produktionen. Ein klitzekleines Drehbuch oder eine Story bei der der Konsument nicht nur onanieren sondern zwischendurch dank guter Dialoge oder Kommentare auch lachen kann. Wir Männer möchten halt auch ‚Entertaint‘ werden…

Einfach cool...

Einfach cool…

Wie wir hörten, bist Du dieses Jahr zum dritten Mal in Folge für den Erotic Lounge, also den Fan-Award nominiert. Was sagst Du dazu?
Jean Pallett: Der Fan Award ist natürlich eine große Sache für mich. Aktuell bin ich tatsächlich zum dritten Mal in Folge nominiert. Ein Preis, den man ausnahmsweise mal nicht kaufen kann. Über http://www.erotic-lounge-awards.com/nominierungen/ kann man mich dort seit dem 29. November 2013 noch bis zum 02. Januar 2014 mittels Voting unterstützen.

Eine letzte Frage: Wie sind Deine Erfahrungen in den USA gewesen und wo siehst Du die größten Unterschiede zu Deutschland?
Jean Pallett: Ich bin ja seit 2003 jedes Jahr für 4-12 Wochen in Los Angeles und Las Vegas. Bis 2007 konnte ich dort in zahlreichen Produktionen mitwirken.
Seit 2008 wurde die Gesetzgebung in den Staaten, was die steuerliche Abrechnung der Gast-Darsteller aus Europa angeht aber soweit geändert, dass ein 2-3 monatiger Ausflug zum Drehen in Kalifornien schier unmöglich ist.
Drüben läuft alles viel entspannter ab. Während der Szene steht die vollste Körperkontrolle und Hammer-Action im Vordergrund. Im Gegensatz zu hier läuft der gesamte Ablauf am Set relaxter ab. Die Amis sind bedeutend entspannter und das überträgt sich auch auf die Akteure. Schon in den ersten Jahren habe ich mich in das Land verliebt und reise jährlich mit meiner Familie rüber, um alte Freunde dort zu treffen oder einfach nur Urlaub zu machen.

Aus der DD 01/14

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