Manchmal kann ich auch der „Ausleihfreund“ sein…

Callboy Daniel aus Berlin

Callboy Daniel aus Berlin

Es gibt natürlich nicht nur Damen, die diese Dienstleistung anbieten, sondern auch sogenannte Callboys. Daniel, 28 Jahre alter BWL-Student, ist solcher und macht mir seiner Begleitung und Anwesenheit sowohl Damen wie auch viele Pärchen glücklich. Wir sprachen mit ihm über den Einstieg in diese Branche, seine Beweggründe und den Job an sich.

Hallo Daniel, wie lange bist Du eigentlich schon Callboy und wie kamst Du überhaupt dazu, diese Dienstleistung anzubieten?
Daniel: Also, wenn ich ehrlich bin, dann war es wohl das Buch „Fucking Berlin“, das mich auf die Idee gebracht hat. Nach der Lektüre – übrigens das Buch ist wirklich empfehlenswert und es hat Spaß gemacht, es zu lesen – dachte ich mir, dass es in diesem Dienstleistungsbereich nicht unbedingt viele Männer gibt als Anbieter gibt. Ich fing dann an zu diesem Thema zu recherchieren, schaute nach, wo Männer sich da präsentieren können und bin relativ schnell auf Berlinintim.de gestoßen. Die Anzeigen von den Männern auf dieser Werbeplattform selbst fand ich sehr „billig“ – rot, dunkel, wie aus einem schlechten Porno und dann noch die Texte von den Männern, grottenschlecht … Ich dachte dann, das kann ich besser. Ich habe mich mit einem Freund, ein studierter Germanist, zusammengesetzt und wir haben einen Text geschrieben, der sich abheben sollte. Ich wollte nicht vermitteln, dass ich DER Pornokönig bin, sondern eher der nette und höfliche Mann für einen Abend, oder ein Freund für einen gemeinsamen Swingerclub-Besuch. Das war vor zwei Jahren und seitdem biete ich diese Dienstleistung an.

Hat Dein „überlegter/anderer“ Text denn die Wirkung gehabt wie Du sie Dir vorgestellt hast? Oder gab es anfangs doch ein paar Verständnisprobleme?
Daniel: Ganz zu Anfang haben dann doch überwiegend Frauen angerufen, die eher einen Pornokönig erwartet haben, so von wegen „Jetzt mach mal!“ Da ging es dann etwas schneller zur Sache. Wir haben zwar vorher viel miteinander telefoniert und gesimst, aber als es dann soweit war, sollte es schnell zur Sache gehen. Das hat mir, wenn ich ehrlich bin, nicht so viel Spaß gemacht, denn das war alles irgendwie billig. Es waren zwar überwiegend schöne Frauen, die mich gebucht haben, aber es waren jetzt keine reichen Ladies, wie man sich das vielleicht vorstellen könnte. Teilweise haben sie sogar versucht den Preis zu drücken oder meinten nach über einer Stunde, jetzt schau doch nicht auf die Uhr, wir haben doch genügend Zeit, buchten und bezahlten aber letztendlich „nur“ eine Stunde 🙂 Viele haben sich vorher schon von mir so viele SMS „geholt“, dass ich irgendwann aufgab, SMS zu verschicken. Ich mache kein Kopfkino für die Damen. Wenn ich zu viel am Telefon oder per SMS verrate, dann haben sie einen perfekten Abend vor den Augen und können nur noch enttäuscht werden. Das ist dann nicht der Sinn solch einer Verabredung.
Inzwischen ist es aber so, dass ich kaum noch mit einzelnen Damen ausgehe, sondern von Pärchen gebucht werde.

Was wollen denn die von Dir?
Daniel: Das ist einfach: Der Mann will sehen, wie ich mit seiner Frau intim bin. Er ist der passive Teil, während seine Frau den Akt genießt. Ich bin auch nicht bisexuell, so dass die Paare immer wissen, was sie wollen und erwarten dürfen. Beim Akt selbst passiert es dann auch schon mal, dass die Frau nur noch Augen für ihren Partner hat, während sie mit mir intim ist. Geküsst wird dabei fast nie.

Wie sieht denn solch ein Treffen in der Realität aus?
Daniel: Man telefoniert erst mal 20 Minuten und wir sprechen über die Konditionen. Die erste Frage lautet meistens „Wie viel Geld kostet das?“. Das steht in meiner Anzeige, so dass ich dann weiß, dass sie diese nicht wirklich gelesen haben. Die Leute, die nicht meinen Text in der Anzeige kennen, meinen es nicht ernst. Deshalb versuche ich schon herauszuhören, ob sie meine Anzeige gelesen haben oder nicht, wie gut sie informiert sind.
Ich habe auch schon mal mit einer Dame nachts um 01.00 Uhr eine Stunde lang telefoniert und sie steigerte sich da unheimlich rein: sie wollte mir einen Anzug kaufen, mit mir ins Ritz essen gehen… Die Uhrzeit, zu der wir telefoniert haben, hätte mich wohl stutzig machen müssen 🙂 Wie auch immer, sie hat sich am nächsten Tag  und auch sonst nie wieder gemeldet.
Das Treffen findet meistens abends im Hotel in der Lobby (also Öffentlichkeit) statt, zw. 0,5-1 h wir beschnuppern uns dann eine halbe bis zu einer Stunde beim Essen oder einem Drink und stellen fest, ob’s auch in der Realität passt. Bisher war das immer der Fall, und wir waren uns sympathisch genug, um den Abend nicht abzubrechen. Ich habe nie einen Plan, wie ich das Gespräch führe, sondern lasse mich fallen. Bei den Pärchen geht die Dame vor, ich folgen meistens zusammen mit dem Herren. Diese Zeit davor braucht sie, um sich frisch zu machen und auch einzustimmen. Währenddessen wechselt Geld den Besitzer.
Auf dem Zimmer geht’s dann meistens mit einer Massage los… Alles, was dann noch kommt sollte unter mir und dem Pärchen bleiben…

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