Die vier Pizzabäcker aus Feuchtgebiete

Dieser wirklich gut gemachte Film hat es in sich. Schon die Kritiken zum Buch „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche ließen aufhorchen und so titelte damals die Berliner Morgenpost mit „Das Skandalbuch des Jahres“. Bild.de schrieb sogar: „Dieses Buch sollte weder gelesen, noch verfilmt werden…“

Die veir Pizzabäcker aus "Feuchtgebiete"

Die veir Pizzabäcker aus „Feuchtgebiete“

Am 13.8. war es endlich soweit, Regisseur David Wnendt und der international bekannte Produzent Peter Rommel (u.a. Moviedays, Sommer vorm Balkon) stellten ihre Verfilmung des Buches im Cinestar Sony-Center vor. Zur Premiere wurde eigens ein 10 Zentimeter hohes Durchlaufbecken aufgebaut. Gefüllt mit Wasser, brachte es die eingeladenen Gäste in eine erregte Stimmung und ließ Feuchtfröhliches erwarten. Als die Hauptdarsteller des Films wie auch Carla Juri, die die Helen Memel spielt, eintrafen, ging das Blitzlichtgewitter los. Plötzlich tauchte Lena Meyer Landruth aus der Menge hervor, die in einer sehr engen schwarzen Hose daherkam. Ich grüßte sie kurz: „Hey Lena. Brauchst du noch einen, der dir die Füße trocknet?“. Sie lachte und ihrem Freund verging das Lachen. Sogar nach dem Film guckte er mich grimmig an, wer weiß, was er wohl gesehen hat.  Wie auch immer, alle anderen schienen sich zu freuen, uns – die Pizzabäcker – zu sehen und sich mit uns fotografieren zu lassen. Ihr fragt Euch bestimmt schon, was der Jason Steel da überhaupt trieb. Dafür eine kleine Rückblende an einen kalten Herbsttag des Jahres 2012 nach Christi… Ja es war ein besonderer Anlass, der mich morgens um 06 Uhr bei Regen in eine verlassene Gegend am Rande Berlins auf ein altes Krankenhausgelände verschlug. Es waren die Dreharbeiten zum Film und die Mission lautete „Pizzawichsen“. Vier ausgesuchte Pornodarsteller trafen sich, darunter auch Pornostar Conny Dachs. Die Stimmung unter uns Profis war locker, dennoch waren wir auch aufgeregt. Das Filmteam war nervös und angespannt. Noch nie hatte hier einer echte Pornodarsteller gesehen und schon gar nicht bei der Arbeit gefilmt. Wie sich schnell herausstellte, waren wir das Gesprächsthema des Tages am Set und alle wussten worum es ging. Eine Jumbo-Spinatpizza mit steinofengebackenen Knusperboden und extra Sperma statt Käse oben drauf. Ich sprach mit dem Regisseur David Wnendt und wir tauschten uns über das gemeinsame Vorgehen aus. Dabei hat uns Conny  wertvolle Tipps gegeben, wie wir uns schauspielerisch gut in Szene setzen, besonders bei der Slowmotion-Action. Voller Selbstvertrauen und angetrunken von Pornoanekdoten, welche wir uns erzählten, um uns mental vorzubereiten, gingen wir die Sache an. Jeder wählte seinen Teil der Pizza aus, auf den er wichsen wollte. Wir wetteten, wer wohl die schwarze Olive in der Mitte trifft. Auf ein Zeichen holten wir gleichzeitig unsere Prügel raus und fingen an zu wichsen. Nach einiger Zeit überlegte ich, ob es nicht besser wäre, als Erster abzuspritzen, denn Letzter wollte ich auf gar keinen Fall sein. Außerdem war es eine frische Pizza und der noch angenehme Spinatgeruch förderte meinen Hunger. Ich fragte den Regisseur, ob es OK wäre, wenn ich schon mal den Druck ablasse. Er sagte kein Problem und plötzlich rannten alle wild durcheinander. „Alle Kameras auf den Spritzer!“ – den Spruch kannte ich. Es herrschte auf einmal Totenstille. Nur die typischen Wichsergeräusche eines Mannes kurz vor der Ejakulatabgabe waren zu hören. Ich öffnete die Ventile und das Sperma schoss aus meinem Pizzaofenlöscher. Die Olive war nun weiß und ich überglücklich, es noch vor den anderen geschafft zu haben. Die Jungs legten sich richtig ins Zeug und brachten natürlich ihren Beitrag zur Veredelung der Pizza auf den Punkt … äh Olive. Es gab also einen guten Grund auf der Premiere mit anwesend zu sein.
Zurück in der Gegenwart, im richtigen Kino angekommen und auf dem richtigen Platz, fing der Film endlich an. An dieser Stelle werde ich gar nicht viel zum Inhalt wie Sex, Tampons und Hämorrhoiden verraten. Aber so viel sei noch gesagt, ich bin kein Freund von Mädchenfilmen und ich habe das Buch nicht gelesen. Der Film zeigt Dinge, die ich nicht gewusst habe. Dinge, die ich nie wissen wollte, und Dinge, die ich vermutet hatte, dass sie so sein könnten. Nach einer Achterbahn der Emotionen für Frau, Mann und Geschmack, kam die Pizzaszene. Jetzt sollte sich zeigen, ob wir einen guten Job gemacht hatten. Es war wieder ganz still, dann ein Murren und schließlich löste sich der Knebel der Anständigkeit in lautes Lachen auf. Dem Publikum und uns gefiel, was wir sahen, und damit war die Mission „Pizzawichsen“ endgültig erfolgreich. Anschließend ging es zur Premierenparty ins Gretchen in der Obertrautstraße, dort wurde gegessen, getrunken, getanzt und auch der Hauptdarsteller Christoph Letkowski alias Robin der Krankenpfleger gab ein persönliches 15-Minutenkonzert bekannter Poplieder, die er mit seiner Gitarre begleitete. Vincent Köpke, der GZSZ-Star, war ebenfalls da. Er erinnerte sich sogar an mich, da ich ihn bereits auf der Venus getroffen hatte und dort auch interviewte für meinen YouTubekanal SexzessivTV. Alles in Allem ein sehr schöner Abend. Ganz am Ende sprach ich noch Charlotte Roche an und sie freute sich total, dass wir das mit dem Pizzawichsen durchgezogen hatten und meinte sogar: „Ihr wart hot und ich würde nur bei euch die Pizza bestellen wollen.“ Also macht’s gut und denkt immer daran, dem Pizzaboten Trinkgeld zu geben ist Ehrensache!

Aus der BIZ 06/13

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