Giacomo Girolamo Casanova

Giacomo Girolamo Casanova

Giacomo Girolamo Casanova

Casanova – weltbekannt, steht dieser Mann symbolisch für den größten Herzensbrecher und Hochstapler aller Zeiten. Sein Leben ist Legende, viele Historiker haben sich seines turbulenten Schicksals angenommen. BERLINintim schaut hinter die Fassade des erfolgreichen Verführers.

Als Sohn einer beliebten Schauspielerin, mit acht Jahren durch seinen Vater Halbwaise, wuchs der kleine Giacomo Girolamo Casanova bei seiner Großmutter auf. Er überstand viele Krankheiten, die nicht nur einmal lebensgefährlich waren. Dies hätte seinen Lebenswillen unermüdlich gemacht, erzählte er später. Mit 17 beeindruckte der Überflieger bereits mit einem Doktortitel der Universität Padua in Kirchenrecht und weltlicher Juristerei, sollte laut des Willens seiner Oma jedoch Priester werden. Doch spätestens, als er bei einer Predigt einmal betrunken von der Kanzlei fiel, zeigte er sich für diese berufliche Laufbahn ungeeignet.
Der junge, gutaussehende und charismatische Mann ging ab 1742 auf Reisen (u.a. nach Konstantinopel) und besuchte in Rom den amtierenden Papst Benedikt  XIV. Dort hinterließ der begnadete Erzähler und Unterhalter so einen großen Eindruck, dass ihm erlaubt wurde, verbotene Bücher der Vatikansbibliothek zu lesen und das Fastengebot zu brechen. Doch bald wurde er zum ersten Mal – viele weitere Male sollten folgen – wegen Erbstreitigkeiten verhaftet.
Giacomo arbeitete nach seiner Entlassung als Hauslehrer in Neapel und erfand sich mit dem hochadligen Marcanton Casanova einen berühmten Stammesvorfahren. Oft wurden seine Lügen enttarnt, dann floh er aber schnell zum nächsten Ort. Überall, wo er war, hinterließ er schwangere, schöne Frauen, teilweise verheiratet oder noch unmündig, aus allen Gesellschaftsschichten – es ist bis heute unklar, wie viele uneheliche Kinder es von ihm gibt, doch noch Jahre später seufzte das weibliche Geschlecht ob der Erinnerung der Liebeskunst des unglaublichen Verführers. Er sollte nie heiraten. Seine Spuren verwischen sich in den nächsten Jahren.
1753 sind die historischen Quellen wieder deutlicher: Er betätigte sich in Venedig als Claquer (Störenfried im Theater), Fähnrich, Orchestergeiger und Schriftsteller für Verse des „1. venezianischen Theaterstreits“. Er trat den Freimaurern bei, verführte weiterhin Damen allen Alters, tändelte mit Ausländern und gab das Geld seiner Gönner aus. Dies war dem Vatikan zu viel und Casanova wurde aus vagen Motiven in die berühmten venezianischen Bleikammern gesperrt. Nach fünfzehn Monaten gelang ihm dort eine spektakuläre Flucht, die er in einem späteren Roman abenteuerreich ausschmückte.
Sein erstes Buch machte beispiellos Geschichte und Giacomo zu einem begehrten Besucher des europäischen Adels. Er reiste an die Höfe von Schweden, Deutschland, Russland und Frankreich, gründete in letzterem Land 1757 die Nationallotterie. In Polen verliebte sich der Wüstling und unerreichte Liebhaber unsterblich in eine Sängerin und duellierte sich mit einem Grafen. Beide gingen aus dem Duell schwerverletzt hervor.
Casanova traf in Frankreich auf Voltaire und wetterte in Pamphleten gegen diesen, wurde auf Geheiß des Königs des Landes verwiesen und schließlich in Spanien wegen Waffenbesitzes festgehalten.
Zurück in Italien, schrieb er die italienische Geschichtsdokumentation zugunsten seiner Heimat Venedig um und verdingte sich als Spitzel für die Staatsinquisition. Auch als Theaterleiter versuchte er sich, scheiterte jedoch. Aufgrund weiterer aufrührerischer Literatur wurde er schließlich aus Venedig verbannt.
Im Alter unternahm der große Abenteurer, der noch Friedrich den Großen, Mozart und Madame Pompadour kennengelernt hatte, seine letzten Reisen nach Österreich, Deutschland und Böhmen und arbeitete zuletzt als Bibliothekar auf Burg Dux im heutigen Tschechien. Dort war er für seine wilden Launen bekannt und fand nur noch Trost in seinen Memoiren, die er ab 1790 verfasste. In diesen prägte er den berühmten Ausspruch: „Die Liebe besteht zu drei Viertel aus Neugier“.
1798 starb mit Casanova ein Mann, der aufgrund seines Lebenswandels ganz Europa auf sich aufmerksam gemacht hat. Er lebt weiter in den zahlreichen Opern, Verfilmungen und literarischen Werken, die seine beispiellose Berühmtheit rezipieren und ist sprichwörtlich geworden für den leibhaftigen Libertin, der Wein, Weib, Vergnügen und Geld schätzt.

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