Halle (Saale): Das „Tal der Ahnungslosen“…

Mit 233.000 Anwohnern die größte Stadt Sachsen-Anhalts, Geburtsort von Georg Friedrich Händel und Hans-Dietrich Genscher, Sitz der Nationalen Akademie der Wissenschaften und der Design-Akademie „Die Burg“ nebst bekannter Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg. Doch das konservativ wirkende Städtchen kann auch wilder – BERLINintim sprach mit dem Besitzer vom hiesigen Sexshop „Geli´s Eroticmarkt“ über die geheime Sexszene der Hallenser…

??????????Alfred Dönnecke ist ein sympathischer Mann in den Vierzigern, ruhig, mit trockenem Humor. Er wirkt bürgerlich. Der ehemalige Heizungsableser feilschte 2006 noch als Angestellter erfolgreich mit seinem „Herrn und Meister“ um den Sarah Young-Erotikmarkt in der Packhofgasse 1, der sich nicht rentierte. Heute hat der an der Saline – das ist die altehrwürdige Salzfabrik von Halle – gut situierte Sexshop nur noch eine Orion-Filiale in der Leipziger Chaussee als Konkurrent und läuft konstant im Plus. Dönnecke stellte in den letzten sechs Jahren zwei Mitarbeiter neu ein, sammelte eine große Auswahl an Verleih-DVDs  und staffierte das Sexkino mit neuen, bequemen Stühlen und Flachbildschirmen aus.

Überraschenderweise besuchen laut Dönnecke eher wohlgestellte Bürger den Sexshop, darunter Unidozenten, viele Paare, auch von außerhalb Halles mit dem Auto. Teilweise pirschen sie sich dabei vom hinteren Schleichweg an den Laden an, „dann schämen sie sich oder haben einen gehobenen Posten inne“, erzählt Dönnecke. Die Hartz-Vier-Empfänger kämen eher am Anfang des Monats und leihen sich DVDs aus, fährt er fort. Sexy Cora geht besonders gut, das ist wie mit Michael Jackson, schmunzelt der Kleinunternehmer. Lange Haare, schlank, tätowiert und gepierct sei das Ideal der Pornodarstellerin. Aber auch höherwertige Sextoys wie von Fun Factory laufen gut und werden vor Verkauf im Laden auf Lautstärke und Leistung ausgepackt. Für extremere Geschmäcker hat Dönnecke auch überdimensionale  Babysachen, Windeln, Schlabberlätzchen, Krabbelanzüge, auf Kommission parat. „Dafür kommt die Kundschaft teilweise aus ganz Deutschland angereist“, schmunzelt der Ladenbesitzer. Auszeichnen würde sich „Geli´s Eroticmarkt“ durch eine professionelle Beratung ohne Tabus, auch, dass er jeden Monat fünf bis sechs Neuheiten im Sortiment hat, ist Dönnecke wichtig.

Mit der Rotlichtszene arbeite er nicht zusammen, die „wollen eher geheim bleiben und keine Werbung machen“. Er sei bereits oft um Adressen gebeten worden und musste passen. Oft gab es in der Vergangenheit auf der für Prostitution bekannten Delitzscher Straße in Halle Razzien und Schlägereien. Als „Tal der Ahnungslosen“ beschreibt der selbsternannte „kleine Einzelkämpfer“ die Hallensische Sexszene. In seinem früheren Job hat er öfter die Erfahrung gemacht, dass unangemeldete Privatwohnungen von Modellen erst nach Jahren geräumt werden, weil die Nachbarn mit Familie sich beschweren. Das sähe anders in Provinzstädten wie Eisleben aus, in denen der Leumund noch wichtiger ist. Dort wäre ein Sexshop bereits nach kurzer Zeit zugemacht worden, „der Leumund  ist in einer kleinen Stadt zu gefährdet“. Anfang der 90er Jahre ist auf den Laden ein Brandanschlag verübt worden. „Die fanatischen Gegner sind meist ehemalige Kunden, die der Pornographie abgeschworen haben“, beschreibt Dönnecke.

Autobahn-Bordelle und -Shops boomen in Sachsen-Anhalt aufgrund ihrer Anonymität und einfachen Erreichbarkeit mit Auto nach der Arbeit. Die neuen Ladenschlussgesetze kämen den arbeitenden Kunden dort sehr gelegen, es dauerte jedoch einen Moment, bis diese sich auch wirklich herumgesprochen hätten. „Ich habe es ein halbes Jahr jeden Kunden noch einmal mündlich mitgeteilt, dass wir jetzt bis 21 Uhr geöffnet haben, bis es sich eingebrannt hat. Einige waren schon genervt“, lacht Dönnecke.

Halle

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Mehrere schöne Dessousgeschäfte können in der Altstadt gefunden werden, auch ein Tantra-Massage-Laden  wirbt im Netz. Das Eroscenter und das Laufhaus X-Carree haben sich über die Jahre einen Namen gemacht. Dönnecke warnt, dass viele Adressen im Internet „Datenmüll“ sind.
Zum gepflegt ausgehen bietet die Stadt, die entgegen ihres schlechten Rufes mit vielen wunderschönen alten Häusern gesegnet ist und in der Innenstadt eine verschlafen-romantische Atmosphäre der zwanziger Jahre ausstrahlt, einige Schmankerle: Viele gemütliche Kneipen und liebevoll eingerichtete Kaffees warten mit Leckereien im kulinarischen Bereich auf. Der Einzelhandel blüht  mit innovativen Ideen und Handwerk. Gerade jetzt im Frühling kann wunderbar an den Flüssen Saale oder Peißnitz flaniert oder mit Fahrrad gefahren werden. Auch kulturell ist die Stadt mit den historischen Räumlichkeiten der Franckeschen Stiftung, ihren vielen Theater- und Opernstücken ein wahres Kleinod und unbedingt eine Reise wert.

EROTISCHE ADRESSEN in Halle
Geli´s Eroticmarkt
Packhofgasse 1
06108 Halle (Saale)
Gut ausgestatteter Sexshop mit DVD-Verleih und Sex-Kino. Exzellente Beratung ohne Scheu von sympathischen Verkäufern. Parkplätze vorhanden.
Tel. : 0345 / 2003510
E-Mail: info@gelis-eroticmarkt.de
http://www.gelis-eroticmarkt.de
Öffnungszeiten:
Montag-Freitag
10.00 – 21.00 Uhr
Samstag
10.00 – 20.00 Uhr
Sonntag geschlossen.

Orion-Fachgeschäft
Leipziger Chaussee 147
06112 Halle (Saale)
HEP-Einkaufspassage (Bruckdorf)
Hier werden auf einer recht großen Verkaufsfläche alle möglichen Gegenstände in allen Formen und Farben. Das Personal arbeitet, wie man es erwartet, sehr diskret und kompetent. Eigene Parkplätze.
Tel.: 0345 / 5800400
http://www.orion-fachgeschaefte.de
Öffnungszeiten:
Mo. – Sa.: 9.00 – 20.00 Uhr

Massagetraum Tantra
Weg-La-Massage-Traum Ltd
Tantramassagen und mehr
Adresse und Informationen unter der kostenlosen Tel.:  0345 58 21 71 51 zu erfragen.
http://massage-traum-tantra.de

X-Carree
Am Güterbahnhof 1-3
06112 Halle/Saale
Bietet ein Laufhaus/Bordell und mit DoubleX eine Bar, die gleichzeitig auch Saloon ist.
http://www.x-carree.de
Bordell/Laufhaus:
Tel.: 0345/5754760
Bar/Saloon:
Tel.: 0345/5754777
Öffnungszeiten:
Sonntag bis Monatg: 10 bis 3 Uhr
Freitag und Samstag: 10 bis 4 Uhr

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