54 Jahre alt und das Zeichen des Sexismus?

BIZ 04/13

BIZ 04/13

Sie ist 54 Jahre alt und soll die Traumfrau der Männerwelt sein, und das obwohl sie nur 30 cm groß und aus Plastik ist. Die Rede ist von Barbie, einer der wohl umstrittensten ‚Frauen‘ der Welt. Seit ein paar Tagen ist in Berlin das Barbie Traumhaus eröffnet. Eine Welt in rosa. Rosa Schränke, rosa Schuhe, sogar die Bettwäsche von Barbie ist rosa. Alles ein wenig größer als in der Spielzeugwelt. Und seit der Eröffnung kann man nun auch die Fraktion der Feministinnen schreien hören, wie sexistisch Barbie und ihre Traumwelt doch sei. Doch ist sie das wirklich? Barbie ist eine Single-Frau. Sie ist seit 1961 mit ihrem Freund Ken zusammen (abgesehen von einer Liaison mit dem australischen Surfer Blaine in den Jahren 2004-2011), hat ein eigenes Haus, ein eigenes Auto und auch noch ein Pferd. Wenn man ihrer Kleidung nach geht (die sich immer an aktuellen Trends und der Mode orientiert) hat Barbie 1961 den Doktor Titel absolviert, denn zu diesem Datum gab es für sie einen Doktorhut und Robe. Das alles hört sich nicht nach Sexismus an, sondern nach einer selbstbewussten Frau.
Aber eines sollte man bedenken. Wie reden hier von einer Spielzeugpuppe. Einer Spielzeugpuppe, die es in verschiedene Haut- und mit verschiedenen Haarfarben gibt. Einer Spielzeugpuppe, mit denen Kindern ein wenig heile Welt spielen können, ohne Krieg, ohne Schlägereien, ohne Waffen. Wenn man sich dem Thema Sexismus nähern möchte, sollte man sich vielleicht um die Themen kümmern, die wirklich wichtig sind. So zum Beispiel, dass es heute noch in Deutschland Mädchen gibt, denen die Väter und Brüder verbieten am gemeinsamen Sport oder Schwimmunterricht in der Schule teilzunehmen, weil sie Mädchen sind. Oder wo Rapper Songs schreiben und veröffentlichen dürfen, in denen dazu aufgerufen wird, dass ein Mann sich das im Bett zu nehmen hat, auf ‚was‘ er Lust hat. Egal, was die Frau will. Das sind nur zwei Beispiele von Sexismus, die tagtäglich sind, und wo es nicht um eine Spielzeugfigur geht. Den Vorwurf des Konsumterrors kann man überall ansetzen. Aber bitte, lasst unsere Kinder spielen. Ohne Computer und ohne Gewalt.

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