Sextourismus

BIZ-0213-Titel-webNun fangen sie wieder an. Die Gedanken, wo man die schönste Zeit des Jahres – nämlich den Urlaub – verbringen kann. Während die meisten von uns beim Urlaub einfach nur an Erholung und arbeitsfreie Zeit denken, gibt es leider immer mehr Männer, aber auch Frauen, die sich ihre Urlaubsziele nur nach dem Angebot an Sex aussuchen. Damit ist nicht der Flirtfaktor und die Möglichkeit des normalen Kennenlernen gemeint.
Der Sextourismus erlebt leider wieder steigende Zahlen an Teilnehmern. Man schätzt, dass alleine 400.000 Deutsche jedes Jahr in Sachen Sex unterwegs sind. An den ersten Reisezielen liegen immer noch Thailand, Vietnam, die Philippinen, die indonesischen Inseln und seit wenigen Jahren auch Kambodscha. Auch auf Jamaika, Trinidad und Tobago, Kuba und die Dominikanische Republik sowie in Brasilien, aber auch in den afrikanischen Ländern Marokko (Agadir) und Tunesien (Hammamet) und sogar in der Türkei nimmt die Zahl der Touristen, die dort Sex suchen, immer mehr zu.
Die Beweggründe sind unterschiedlich: Die einen suchen kurzweiligen Sex mit möglichst vielen unterschiedlichen Sexpartnern, die anderen wollen den gesamten Aufenthalt über die oder den gleichen Sexpartner haben. Eines haben aber alle gemeinsam: Sie treffen damit meistens die Ärmsten der Armen in diesen Ländern und machen sich sehr oft strafbar, sogar in Deutschland.
Viele Prostituierte in den Ländern kommen vom Lande, fernab der Touristencenter. Sie kommen aus Gegenden, wo es zum Teil noch heute keine Schulen gibt, wo es keine Aufklärung über Hygiene oder Krankheiten gibt. Viele werden als Kinder von ihren Eltern an Zuhälter verkauft, weil die Eltern Geld brauchen, um den Rest der Familie zu versorgen. Laut dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) werden Weltweit rund 150 Millionen Mädchen und 73 Millionen Jungen zum Sex gezwungen. An der Küste Kenias prostituieren sich Schätzungen zufolge etwa 15.000 Jugendliche. Jedes zehnte Mädchen war in Region noch keine 12 Jahre alt, als sein Körper von Freiern missbraucht worden ist.
Das Lächeln in den Bars und Clubs ist gespielt, viele der dort Anwesenden sind physische Wracks, oft auch drogenabhängig. Dessen sollte sich jeder Mann und auch Frauen, die besonders in Afrika und der Karibik unterwegs sind, immer bewusst sein.
In vielen Ländern ist die Prostitution auch verboten. Wie zum Beispiel in Thailand, Kuba und Kambodscha. Dort wurde ein 48-jähriger Deutscher festgenommen, der sich mehrfach an jungen Prostituierten verging, und wurde in Deutschland zu sechs Jahren Haft verurteilt.
Leider schauen in den entsprechenden Ländern aber immer noch die Polizisten oft weg, weil sie Schmiergelder bekommen, oder aktiv an dem modernen Sklavenhandel beteiligt sind.
Dessen ungeachtet gibt es für Sextourismus keine Entschuldigung! Jeder einzelne ist dazu aufgerufen, dagegen etwas zu unternehmen. Wenn Sie während des Urlaubs in Ihrem Hotel oder in der Clubanlange etwas in dieser Richtung beobachten, wenden Sie sich bitte an Ihre Reiseleitung. Der Branchenverband DRV (Deutscher Reiseverband) unterzeichnete schon vor über zehn Jahren einen Verhaltenskodex, der sie verpflichtet (zumindest) Minderjährige in den Urlaubsgebieten vor sexueller Ausbeutung zu schützen.

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