Marquis de Sade

Unsere neue Serie beschäftigt sich mit den Revolutionären der Sexualgeschichte. Am Anfang steht ein berühmter Franzose namens Marquis de Sade, Begründer einer ganzen Spielart der Erotik. Wer war dieser Mann und was ist sein Erbe?

Marquis de Sade

Marquis de Sade

1740 wird Donatien-Alphonse-François de Sade  in eine adlige, aber verarmte Familie geboren. Sein Vater genießt Hallodrileben, wie es im Buche steht, die Mutter hat sich bereits früh ins Kloster zurückgezogen. Der Sohn besucht die Militärakademie und machte im Siebenjährigen Krieg als Kavallerieoffizier die ersten Erfahrungen mit  Gewalt und Tod. 1763 wird er mit der Renée-Pélagie de Montreuil aus finanziellen Gründen zwangsverheiratet. Nach einigen von der Familie gut vertuschten Skandalen (zügelloses Leben, Orgien, Ehebruch, Verführung des Personals), die wohl in adligen Kreisen zu dieser Zeit durchaus üblich waren, verurteilt ihn am 3. April 1768 ein Gericht, die Baumwollspinnerin Rose Keller aus Armut zum Betteln und zur Prostitution gezwungen, bis aufs Blut ausgepeitscht zu haben, ihr Schnitte zugefügt und Wachs in die Wunden geträufelt zu haben. Er kommt auf königliches Geheiß in die Bastille, wird jedoch bald dank Zahlungen seiner reichen Ehefrau wieder entlassen. Als sich jedoch 1772 zwei Prostituierte aus Marseille beklagen, von de Sade mit Giftbonbons vergiftet und so zu Gruppensex und Analverkehr gezwungen worden zu sein und eine sogar an Folgen des Exzesses stirbt, wird er in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Sade flieht mit seiner aus einem Nonnenkonvikt entführten Schwägerin nach Italien und entzieht sich so der Verurteilung. Erst 1777 ist es möglich, ihn in Gefangenschaft zu nehmen, nachdem das Urteil auf Haftzeit gemildert worden war. Im Gefängnis erst verwandelte sich de Sade von einem Hobbyschreiberling zu einem Autor. Hatte er in Italien noch simple Reiseberichte veröffentlicht, entstehen nun in Isolation und erzwungener Unterdrückung seiner Triebe dicke Romane und großangelegte Schauspiele. Sofort nach der Freilassung nach dem Sturm der Bastille während der Französischen Revolution wird er in die Nervenklinik von Charenton-Saint-Maurice eingeliefert. Nach einem Jahr als geheilt entlassen, schließt er sich den radikalen Jakobinern an und wird sogar Richter und Präsident der Bewegung. Er gilt jedoch als unzuverlässig und aufgrund seiner Ablehnung der Todesstrafe als zu gemäßigt. Auch dass er seine Ländereien und Reichtümer seiner adligen Ex-Schwiegereltern beschützt, wird ihm mitsamt seiner Vergangenheit zum Verhängnis. Und so findet er sich 1793 erneut im Gefängnis wieder, zum Tode verurteilt. Der Sturz Robespierres und der Zusammenbruch der Revolution verhelfen ihm zwar wiederum zur Freiheit, setzten ihn aber auch der Armut aus. Zwar versuchte er sich mit der Veröffentlichung seiner literarischen Werke und dem Verkauf seiner verbliebenen Besitztümer über Wasser zu halten, wird jedoch nach einem Spottgedicht auf Napoleon 1803 erneut in das Asyl von Charenton eingeliefert. In seinen letzten Lebensjahren führt er dort mit anderen Insassen seine Theaterstücke auf, bis er 1814 stirbt.
Das Leben eines Taugenichts, könnte man meinen. Doch …

Den ganzen Artikel liest Ihr in der BERLINintim Zeitung 01/13

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