Die Wochenenden gehören meinem Mann!

„Hausfrau, natürlich, charmant, tolerant, sportlich, naturgeil, verschmust und versaut. Aber trotzdem auf hohem Niveau…“ liest man(n) auf Lindas Setcard und bleibt beim nächsten Satz hängen: „Wenn Dich der Gedanke reizt, das Spiel der Ringe mit mir zu erleben und dabei dem Rausch der Sinne zu verfallen, ruf mich an.“ Ringe!? Hausfrau!? Beim Betrachten ihrer Bilder ist alles klar: Linda, eine Berlinerin Hausfrau, ist tatsächlich tätowiert und gepierct. Und spricht damit offenbar viele Männer an, denn ihr Termin-Kalender ist ganz schön voll. Glück für uns, dass sie Zeit fand, sich mit uns auf einen Kaffee und ein nettes Gespräch zu treffen.

 

Linda - BERLINintim.de

Linda – BERLINintim.de

Hallo Linda, seit wann bist Du schon eigentlich in der Branche?
Linda: Seit dem 12. April 2009. Es war ein besonderer Einschnitt in meinem Leben, deshalb habe ich das genaue Datum noch parat. Als ich mich dazu entschlossen habe, kaufte ich – aufgrund eines Tipps einer Bekannten – mir ein neues Handy, ließ mich professionell fotografieren und schaltete die Anzeige auf der von ihr empfohlenen Plattform: BERLINintim.de
Und dann wartete ich einfach ab… Ich wusste, wann die Anzeige freigeschaltet und damit sichtbar wird, und war dementsprechend aufgeregt.
Anfangs fragte ich auch bei BI.de nach ob das überhaupt Sinn macht, sich hier als eine etwas ältere Dame zu präsentieren. Wer will schon so eine „alte Schachtel“? Aber bei BI.de sagte man mir, dass es doch mal was anderes und daher auch gut ist.

Und darf ich denn fragen, wie Du überhaupt zu der ganzen Geschichte kamst?
Linda: Den Anfang macht wohl letztlich mein Mann, der mich so bisschen an das Swinger-Leben heranführte, so dass nicht mehr ganz so schwer war, diesen Schritt zu tun. Da passte es gut, dass mir sich eine Bekannte anvertraute, dass sie das macht und ich fand das irgendwie spannend. Scheu und/oder Ablehnung waren eher nicht vorhanden. Ich würde sage, eher Neugier… Als ich dann meinem Mann dann sagte, dass ich diese Dienstleistung anbieten will, fand er es geil. Die Vorstellung, ich bin gerade beim Kunden, erregt ihn. Wichtig für ihn ist aber wirklich die Vorstellung, dass der Kunde bezahlt! Er will nicht, dass ich mir einen schönen Abend mit einem fremden Mann mache, sondern dass ich als „Nutte“ unterwegs bin. Die eigene Nutte im Haus sozusagen… Mein Mann selbst geht nicht fremd. Er besteht nicht darauf, was du darfst, darf ich auch. Ich würde es ihm zubilligen (finde ich nur fair), aber bisher wollte er das einfach nicht.
Zurück zum Job: Wenn man ehrlich ist, dann war da auch natürlich die Überlegung, dass man damit Geld verdienen kann. Auf Nachfragen gab meine Bekannte zu, dass sie damit gutes Taschengeld verdient.

Dachtest Du, Du wirst reich mit diesem Job?
Linda: Nein, das mit Sicherheit nicht! Ich war nicht von dem Geld abhängig, aber es hatte seinen Reiz, zusätzliches Geld zu verdienen…

 

Linda - BERLINintim Zeitung

Linda – BERLINintim Zeitung

War es für Dich anfangs schwer, diese Dienstleistung anzubieten?
Linda: Der erste Anruf kam wirklich nicht mal eine Stunde später nach der Freischaltung bei berlinintim.de. Es war Mittag, der Anrufer war ein netter und gepflegter Herr, der es mir mit seinem Benehmen leicht gemacht hat. Natürlich war ich sehr aufgeregt, aber dank seiner Art und Weise war es dann fast ein Selbstläufer.
Wir trafen uns am gleichen Tag in einem Hotel in einer Bar. Dort haben wir dann etwa eine Stunde nett zusammengesessen und uns auf die Schnelle versucht kennen zu lernen.
Man vermischt zwar Privates und Geschäftliches in solchen Vorab-Gesprächen, aber in meinen Augen ist es wichtig für das weitere Vorgehen.
Man merkt es beispielsweise, wenn die Männer großzügig sind. Dann bin ich es auch und berechne diese „Vorstunde“ nicht oder nur zum Teil. Ich gucke dann auch später nicht auf die Uhr.
In meiner Setcard spreche ich aber schon bewusst ein Publikum an, das etwas betuchter ist als der Durchschnittsmann.

Hattest Du denn schon weniger „großzügige“ Kunden?
Linda: Ja, ich hatte auch schon 2-3 Kunden, bei denen es schief gelaufen ist. Wobei ich mit „schief laufen“ keine Bezahlung bzw. Fake-Bestellung meine. Aber wie heißt es so schön, aus Fehlern lernt man… frau auch [lacht, Anm.d.Red.]. Man lässt sich das Geld vorab geben, und ebenfalls ganz wichtig: man zählt das Geld! Ein Kunde hat mir mal nach der Nummer zusammengeknüllte Scheine in die Hand gedrückt und ich war noch zu schüchtern, um sofort nachzuzählen. Als er weg war fand ich heraus, dass er mir nur kleine Scheine in die Hand gegeben hat und mich somit um die Hälfte der besprochenen Summe geprellt hat.

???????????????????????????????Das sind aber hoffentlich nur Ausnahmen… Wie können wir uns denn ein Treffen mit Dir vorstellen?
Linda: Glücklicherweise ja, daher nicht mehr der Rede wert. Was die Treffen angeht: Ich dachte früher, dass jedes Treffen mit Sex zu tun hat. Das ist aber nicht der Fall. Es gibt wirklich einige Kunden, mit denen ich mich während des Treffens nur unterhalte. Sie schütteln mir ihr Herz aus oder ich begleite sie nur als reine Begleitung, beispielsweise in einen Club. Einen Mann habe ich ins Insomnia begleitet, der einfach nur diese unbekannte Welt kennenlernen wollte. War ein toller Abend, auch ohne Sex!
Grundsätzlich bestehe ich beim ersten Kontakt auf einen Anruf! Keine SMS!!! Ich will den Kunden hören und heraushören, wer er ist. Dieses Gespräch am Telefon ist entscheidend für meine Entscheidung, diesen Herren zu treffen oder nicht. Da ist es natürlich vom Vorteil nicht ganz so von dem Geld abhängig zu sein. Mit der Zeit kriegt man auch ein gewisses Bauchgefühl, die Stimmen einzuordnen.
Der Sex: da kann man ein eigenes Buch darüber schreiben! Es gibt megageilen Sex, es gibt schüchterne Kunden, wo ich dann mehr zu leisten habe. Es gibt Kunden, die dann kommen, wenn ich mich ausgezogen habe; vielleicht liegt es an den Tattoos & Piercings…
Ganz am Anfang hatte ich mehr kleinere Aufträge. Inzwischen habe ich mehr Stammgäste und diese buchen dann längere Zeiträume, teilweise eine ganze Nacht. Ich verbringe also mehr Zeit mit einem einzelnen Kunden.

Wie kann man(n) Dich finden?
Linda: Ich werbe ausschließlich nur auf einer Plattform: BERLINintim.de und in der BERLINintim Zeitung! Pro Woche gibt es unterschiedlich viele Anrufe; in den Ferien meistens weniger als üblicherweise. Man kann auch nicht sagen, der eine Monat ist immer gut, der eine immer schlecht. Durchschnittlich bekomme ich aber täglich mindestens einen Anruf.
Ich mache keine Termine am Wochenende, diese gehören ausschließlich meinem Ehemann.

Aus der BIZ 01/2010

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