Risikogruppe Prostituierte?

Servus liebe BERLINintim-Leserinnen und Leser,

Vanessa Eden

Vanessa Eden

ob meine Kolumne, die ich Ihnen heute widme, einen appellierenden oder eher marketingorientierten Ansatz hat, dürfen Sie gerne ganz für sich alleine entscheiden.
Auslöser für dieses Thema ist ein persönliches Erlebnis, welches ich vor kurzem beim Blutspenden hatte. Auf dem Fragebogen zur persönlichen Vorgeschichte ist u.a. der Punkt Risikogruppe (Homosexueller, Prostituierte, Häftling, Drogenabhängiger) aufgeführt. Wer sich zu dieser Risikogruppe zählt oder mit einer Person aus dieser Risikogruppe sexuellen Kontakt hatte, wird zum Blutspenden nicht zugelassen. Für männliche Homo- oder Bisexuelle trifft diese Klausel auf Lebenszeit zu.
Ich war völlig empört über diese Art der Diskriminierung und führte ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt, der mir keinerlei statistische Belege für die Risikogruppe Prostituierte liefern konnte. Entsetzt war ich in erster Linie, da ich davon überzeugt bin – auch aus eigener Erfahrung heraus – dass die allermeisten Frauen, die in Deutschland diesem Job freiwillig und ohne Druck nachgehen (andere habe ich nicht kennengelernt), sich in jedem Fall beim Geschlechts- und Oralverkehr mit Kondomen schützen.
Meine Recherchen gingen weiter und ich fand in diversen Foren ein unglaublich beängstigendes und bedrohliches Bild über Prostituierte. Sie werden als die Krankheitsüberträger schlechthin vermutet und so mancher Ehefrau ist die Vorstellung, ihr Mann würde eine Prostituierte aufsuchen, ein absolutes Gräuel. Dann noch lieber die Sekretärin aus dem Büro. Aber bloß nicht zu einer „Nutte“. Wer weiß, was er sich und ihr da alles holen könnte.
Und nun machte ich mich zu guter Letzt noch auf die Suche nach verantwortungs- und gesundheitsbewussten Frauen /Einrichtungen, die ihre Einstellung in ihrem Internetauftritt selbstbewusst vertreten. Doch ich wurde enttäuscht. Man wirbt mit allem Möglichen: mit Zuverlässigkeit, Diskretion, Pünktlichkeit, Spaß an der Sache, etc. Die Gesundheit jedoch wird außen vor gelassen. Ist es ein Tabuthema in der Paysexszene? Oder ist es von den Kunden nicht gefragt? Wobei man sich dann wieder fragen müsste: Von welchen Kunden ist Gesundheit nicht gefragt? Und will ich diese Kunden dann überhaupt?
Noch ganz zu Beginn meiner Tätigkeit 2004 fasste ich meinen persönlichen Trend auf. Ich sah, dass immer mehr Frauen dem Trend zur Tabulosigkeit folgten. Meine Denke war: Wenn die alle in diese Richtung strömen, gehe ich genau in die andere und positioniere mich dort. UND: Ich hatte einen Riesenerfolg mit meinem Slogan: „Safer only“. Diesen platzierte ich GROSS und gleich auf der Startseite. Beim Kontaktformular nochmals. Es fühlten sich Männer angesprochen, die Wert auf meine und ihre Gesundheit legten. Ein ursprünglich marketingstrategischer Ansatz ging voll auf. Meine Gesundheit dankte es mir. Toll, zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Ist das jetzt Marketing oder Vernunft?  Das dürfen Sie sich aussuchen.

Bleiben Sie gesund und bis zum nächsten Mal.
Ihre Vanessa Eden

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